Gangliosidosis
Die Gangliosidosis - lysosomale Speicherkrankheit - ist eine Hirnerkrankung, die alle Lebewesen erwerben können . . . Somit auch die Burmakatze. Diese Erkrankung führt unweigerlich zum Tode.
Die Gangliosidosis ist eine Erbkrankheit, die einfach, autosomal rezessiv vererbt wird. Das heißt, dass beide Elternteile das mutierte Gen tragen müssen, um die Krankheit bei den Kitten zum Ausbruch zu bringen. Trägertiere sind völlig unauffällig und auch vollkommen gesund in ihrem Erscheinungsbild. Sie werden auch im Laufe ihres Lebens niemals (!!!) an Gangliosidosis erkranken.
Es gibt demnach drei Genotypen:
- Normale, was bedeutet, dass beide Allelen normal sind und die Katze normal in ihrer klinischen Erscheinung ist.
- Träger oder Heterozygote, was bedeutet, dass ein Teil des Genpaares normal ist und der zweite Teil mutiert ist. Das Tier selbst ist normal in seiner klinischen Erscheinung.
- Erkrankte oder rezessive Tiere, was bedeutet, dass beide Teile des Genpaares mutiert sind und die Katze klinisch auffällig ist.
Leider stellen die erkrankten Tiere nur die Spitze des Eisbergs dar. Trägertiere sind die wichtigsten Genotypen, da sie uns keinerlei körperliche Anhaltspunkte über das Vorhandensein der Erkrankung geben, jedoch (!!!) die Mutation an die Hälfte aller ihrer Nachkommen weitergeben. Dazu kommt, dass die Anzahl der Träger innerhalb einer Population sehr viel höher liegt, als die der erkrankten Tiere.
Ein Beispiel: Eine Erkrankung, die lediglich 1% der Population befällt hat eine geschätzte Trägerwahrscheinlichkeit von 18% (!!!). Der *Trägertier-Status* macht rezessive Erberkrankungen zu den gefährlichsten von allen Vererbungsmustern.
Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Gangliosidosis . . . GM1 und GM2.
Die GM1 Gangliosidosis tritt erstmals im Alter von 4 bis 6 Monate alten Kitten auf. Diese Erkrankung ist weniger schwer und verläuft langsam über einen Zeitraum von 12 bis 14 Monaten.
Die GM2 Gangliosidosis tritt erstmals im Alter von 3 bis 4 Monate alten Kitten auf, ist schwer und verläuft schnell. Später Symptome beinhalten Lähmungen an den Hinterläufen, krächzende Stimme, Erblinden, übermäßiges Erschrecken und krankhafte Anfälle.
Frühe Symptome, die nicht immer erkannt werden, sind . . . Leichtes Zittern des Kopfes und der Hinterläufe, breitbeiniges Gangbild, Breistand und *Fallsucht*, die als tollpatschiges Verhalten mißgedeutet werden können.
Wenn ein einzelner Tierarzt niemals ein erkranktes Kitten mit Gangliosidosis gesehen hat, und wenn *Patienten* mit der Diagnose Gangliosidosis alle innerhalb eines Jahres gestorben sind, wie kann dieser Tierarzt dann seinem Klienten am besten helfen??
Der Tierarzt sollte an erster Stelle stehen, wenn es um Erkrankungen bei Tieren geht, dieses beinhaltet auch die Erbkrankheiten. Leider sind enthusiastische Züchter oft besser über Erbkrankheiten informiert, als die meisten Tierärzte.
Prof. Dr. Henry Baker von der Auburn Univesität in Alabama ist es gelungen einen Molekular Test zu erstellen. Mit Hilfe dieses Tests ist es möglich, Trägertiere zu identifizieren. Jeder Züchter von Burmakatzen und anverwandten Rassen kann seine Katzen kostenfrei bei ihm testen lassen (Nähere Info hierzu bei uns).
Ein gleiches Verfahren wurde bereits vor einigen Jahren für die Korat Katze, die aus Thailand stammt und durch Einkreuzen von Siamkatzen entstand, entwickelt. Mittlerweile gibt es den Test für die Korat bei Laboklin.
Dieses historische Experiment wird in den vor uns liegenden Dekaden viele Male kopiert werden und eine hoffentlich zur Standard-Prozedur avancieren, um vererbte Erkrankungen kontrollieren zu können . . . Genauso so wie die Impfungen heute der Standard sind, um infektiöse Erkrankungen zu kontrollieren!!
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